Samstag, 8. Juli 2017

Oma-Pflanzen

... sind angeblich Zimmerblumen mit leicht angestaubten Image, weil sie gerade nicht so angesagt sind.
Gibt man den Begriff bei google ein, werden  als ähnliche Suchanfragen Schusterpalme, Bogenhanf, Buntnessel und Monstera vorgeschlagen. Na Klasse, ich bin keine Oma, aber ich habe sie alle, mag sie und verteidige sie notfalls auch mit der Gießkanne.
So wohnt bei uns seit Jahrzehnten eine Monstera hinter dem Fernseher.  Am Wohnzimmerfenster hält sich eine Sanseverie straff aufrecht, während sich daneben die Porzellanblume in Kreise legt, unterstützt von einer Grünlilie, die tapfer ein Kindel nach dem anderen produziert.
Am Badfenster verhindert die Schusterpalme ungewollte Einblicke und die Buntnessel wartet meist als kurzgeschnittener Wassersteckling auf ihre weitere Verwendung.
Auf den anderen Fensterbrettern reihen sich noch Bergenien, Clivie, Christusdorn, Elefantenohr und Usambaraveilchen und etliche andere ein.

Womit wir bei den Usambaraveilchen, den Saintpaulia wären. Sie  kommen und gehen bei mir.
Manchmal halten sie sehr lange aus, manchmal nicht. Manchmal springen sie mir in den Einkaufskorb. Manchmal kommt nur ein Blatt mit. Ich mag ihre Unkompliziertheit und es ist immer wieder spannend, welche Blütenfarbe sie haben.

Durch Zufall bin ich dann über einen Bericht gestolpert, in dem es um Usambaraveilchen mit panaschierten Blättern ging.
Ha, es gibt panaschierte Usambaraveilchen?! *Augen auf, ganz weit auf* Das gibt's doch nicht. Warum hat mir das noch keiner gesagt?!  Die Schnappatmung setze ein und ich fiel sofort in den Habenmuss-Modus. Panaschierte Saintpaulias, nicht mehr ohne mich und meine Fensterbretter, geht ja gar nicht...

Dank Internet findet sich vieles und ich fand eine Sammlerin, die über ebay Blätter ihrer Usambaraveilchensammlung abgab. Unter anderen auch panaschierte. Sie bot sie aber nur in Kollektion an. Ich hatte keine Ahnung, dass sie auch in Größe und Blattform varieren. Was soll's, nehmen wir also noch paar andere dazu. Es ist eh Weihnachten.

Zwischen den Jahren, es war gerade kein Frost und ich drängelte schon ein klitzekleines bisschen, kam ein Päckchen mit insgesamt 30 Blättern in 17 Sorten. Gut verpackt, perfekt beschriftet und ich überlegte, wie ich sie platzsparend bewurzeln lasse, ohne sie durcheinander zubringen.
Die Lösung war ein Edding und eine Anzuchtplatte , der ich eine Haube überstülpte. Lange tat sich nichts. Aber dann.....


1,5 Monate später die ersten Blättchen. 

Heute habe ich sie auseinander genommen, wobei die konische Form der Töpfchen sehr hilfreich war. Die Wurzelballen rutschten problemlos aus der Platte.

Und jetzt habe ich meine eigene Kollektion, passend für ein ganzes Fensterbrett:)

Ich nehme an, dass sich die Blattfarben noch etwas ändern. Sie haben die letzte Zeit in der Anzuchterde bestimmt gehungert. Dafür waren die Wurzelballen schön kompakt.